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  • Lidija

Cheerleader & Rollstuhl- Dancer

Aktualisiert: 7. Nov 2019

Hallo liebe Freunde, es freut mich, dass ihr wieder zu mir gefunden habt. Heute soll es um positive und negative Diskriminierung gehen. Wie ihr wisst, sitze ich mein Leben lang, in einem Rollstuhl und bin auf fremde Hilfe angewiesen. Als mein Selbstwertgefühl noch nicht gefestigt war, also in meiner Jugend, habe ich immer sehnsüchtig den gesunden beim Spielen zu gesehen und mir gewünscht, dass ich unbeschwert mit spielen könnte. Aber eigentlich, war ich nicht wirklich, eifersüchtig auf gesunde Kinder und hätte mir gewünscht, ihnen ihre Gesundheit zu verbieten. Damit wir alle gleich sind. Damit auch ich dazu gehören kann. Als Kind, denkt man noch nicht zu abstrakt, aber auch in meiner Teenager Phase kann ich mich nicht an solche Gefühle erinnern.


Amerikanische Cheerleader in knappen Kostümen.

Deswegen, war ich ziemlich überrascht, als ich in den Nachrichtenmedien, die ich konsumiere, die Meldung gelesen habe, dass ein Football Team aus Berlin auf seine Cheerleader verzichten möchten. Es sei nicht mehr zeitgemäß, sagten die Betreiber des Teams. Da begannen bei mir, in meinem Kopf, die Schrauben zu rotieren. Mir kamen zwei Möglichkeiten in den Sinn, wieso es nicht mehr zeitgemäß sein sollte. Die erste Überlegung, war, dass sich weibliche Zuschauer darüber mokiert haben. Ich dachte, das müssen aber hässliche Zuschauerinnen gewesen sein, die eifersüchtig waren, dass ihre Körper nicht genauso aussehen und die Leistung erbringen, wie das die Cheerleader tun.


Der zweite Gedanke war, dass die Betreiber, einen Schwund an Zuschauern bemerkt haben und damit neues Publikum ins Stadion gelockt wird, meinten diese, auf die Cheerleader verzichten zu müssen. Da man schwer den Cheerleadern ihre Trikots vordiktieren konnte oder wollte, hat man darauf verzichtet. Man konnte diesen Damen schwer Auftragen in Kartoffelsäcke ihre Pompons zu schwingen. In Berlin gibt es viele neue hinzugezogene Menschen. Die Gesellschaft ist dadurch viel bunter geworden. Vielleicht liegt da, die Wurzel des Übels? Ich weiß es nicht.



Nicht jeder kann der gleichen Meinung sein, wie du!

Was ich aber genau weiß ist, dass Feministinnen ihre BH's angezündet haben, um ihren Protest, eine große Anzahl von Menschen, zu verbildlichen. So wie ich die Welt sehe, ist das kein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben den Zenit unserer kulturellen Evolution erreicht und scheinen uns wieder rückwärts zu entwickeln. Ich weiß nicht wie sie das sehen, lieber Leser, doch so wie ich diese Welt sehe, ist das kein Schritt in die richtige Richtung. Ich möchte Sie heute, von einem Extrem ins andere führen, zumindest schriftlich.


Es war Anfang dieses Monat, da wollte das Team der "Wheelchair Dancers Salzburg" zu den British Open Championship nach London fliegen, um an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Das Team besteht aus sieben Tänzerinnen, die alle im Rollstuhl sitzen, wie schon im Namen darauf zu erahnen ist. Natürlich hat die Leitung des Teams sich mit der Fluggesellschaft telefonisch und auch über E-Mails, in Verbindung gesetzt, um einen reibungslosen Verlauf am Flughafen planen zu können. Die Fluggesellschaft hat mehrmals bestätigt, dass alle nötigen Schritte eingeleitet worden sind. Dann kam der Tag der Abreise.




Wie, meine geschätzten Leser erahnen werden, kam es anders als gedacht. Das Team wurde nicht befördert, die Fluggesellschaft lehnte es aus Sicherheitsgründen ab 7 Rollstühle mitzunehmen. Angeblich seien nur 6 Rollstühle pro Flug erlaubt. Für mich klingt das wie eine billige Ausrede! Finden Sie nicht auch, dass das dem Team schon viel früher gesagt hätte werden können? Es ist einfach ein Uninteresse, der "heilen" Menschen, an den Belangen von körperbehinderten Menschen. Wie sagte schon der eine Zugführer zu einem behinderten Aktivisten, den ich kenne? Er sagte etwa: "behinderte Menschen haben sowieso keine Termine wo sie unbedingt pünktlich sein müssten." Oder mit den Worten, der Dame, die das Schlichtungsverfahren gegen mich verloren hat: "mein Benehmen kam mir nicht diskriminierend vor". Wenn man die Augen wohl ganz fest zusammen drückt, sieht man die Wahrheit nicht!



Nie mit dem Finger auf andere zeigen.

Die Gesellschaft denkt, wir behinderten, müssten einfach damit leben, aber mitnichten, denn auch wir haben Rechte! Wieso werden immer die Menschenrechte oder die Rechte der Kinder so hochgehalten, während man die UN-Behindertenrechtskonventionen einfach links liegen lassen kann? Wir alle sollten dankbar sein, dass es wenige behinderte Menschen gibt, aus diesem Grund haben wir nur eine kleine Lobby. Da wir eine sehr laute Interessengemeinschaft haben, die sich immer wieder mit der politischen Elite zu einigen versucht, ist es natürlich schwer, wenn diese politischen Herrscher so schnell wechseln... Aber das ist eine andere Geschichte.

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