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  • Lidija

Ein kleines Update über News im Behindertenbereich, Oktober 2020




Der Österreichische Gesundheitsminister, Herr Anschober, möchte ein Pilotprojekt zur persönlichen Assistenz 2021 starten. Da wir in Wien schon lange persönliche Assistenz haben, hoffe ich, dass sich da nicht etwas verändert und wenn dann nur zum guten. Seit Oktober 2008 hat Österreich die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Auf der Homepage des österreichischen Sozialministeriums steht zu diesem Thema geschrieben: Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung ist ein internationaler Vertrag, in dem sich die Unterzeichnerstaaten verpflichten, die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten.


Wie am 5.10. das BMIN.Info und der Verein Bizeps in seiner Online-Ausgabe berichteten wird die Stadt Wien endlich die Pflegegeldergänzungsleistung valorisieren. Ich wurde am 7.10. von dem Behinderten-Aktivisten Thomas Stix, auf seinen Artikeln auf der Homepage behindertenarbeit.at, informiert. Behinderte Menschen und ihre Angehörigen, aber auch das Personal, dass sich um uns sorgt, haben mit Initiativen wie #ichwilldieWahlhaben oder #AssistenzProtest auf dieses Problem aufmerksam gemacht.


Wir Betroffenen haben also Grund zur Freude, aber wir müssen schauen, ob dieses Versprechen nach der Wahl in Wien, noch seine Gültigkeit hat. Das wäre nicht das erste Mal, dass uns behinderten Menschen die SPÖ oder die Grünen Versprechungen machen, die sie im Nachhinein gar nicht zu erfüllen gedenken. Wir werden sehen!





Wir haben jetzt in Wien sogenannte – Begegnungszonen – das bedeutet, da fahren Autos und Fußgänger und alles andere was im Straßenverkehr etwas zu tun hat, auf der gleichen Fahrbahn. Die Autos fahren natürlich langsamer, und alle passen auf alle auf. Es wurden die Gehsteige gänzlich abgeflacht. Bei der Bushaltestelle hat man eine kleine Rampe zu einem Gehsteig geformt, damit ein Rollstuhl leichter in einen Bus hinein kommen kann.

Als ich das im Straßenverkehr entdeckt habe, fand ich das eine gute Lösung. Doch jetzt sind ein paar Senioren darüber gestolpert und schon geht ein Aufschrei durch Wien, weil keiner versteht, wieso da extra ein Gehsteig hineingebaut wurde. Man munkelt sogar, dass das gemacht wurde, um ein Stolperstein zu sein. Man könnte diesen Gehsteig Gelb anmalen und dann wäre er sicherlich auch von weiter weg deutlich zu sehen. Damit man versteht, dass das als Hilfe für Menschen gedacht ist, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, könnte man ja auch einen kleinen Rollstuhl dazu malen. Ich hoffe nur keine Senioren brechen sich daran den Hals und diese tolle Einstiegshilfe wird wieder entfernt.





Am 11.10.2020 war mal wieder eine Demonstration in Deutschland in Berlin an der Siegessäule von Querdenken 711. Ich habe das ganze verfolgt über einen Livestream vom bekannten Journalisten Boris Reitschuster. Die Polizei hat Menschen die demonstriert haben und keine Masken getragen haben, mitgenommen weil sie ihnen unterstellten die Atteste, die sie besitzen, seien gefälscht.

Ich konnte es kaum glauben, als ich mitbekam, dass ein Mensch der im Rollstuhl sitzt, genauso behandelt wurde. Zuerst dachte ich mir alle sind gleich, auch ein Behinderter muss kontrolliert werden. Doch im Nachhinein erzählte dann der junge Herr im Rollstuhl, dass die Polizei ihm unterstellt habe er sei gar nicht behindert und habe sich selber in den Rollstuhl gesetzt. Er nahm das Mikrofon in die Hand und erzählte die ganze Sache aus seiner Sicht.

Er habe kein Attest, doch aufgrund seiner Behinderung könne er mit der Maske nicht atmen. Als Beweis für seine Aussage legte er seinen Schwerbehindertenausweis vor, doch der Polizist wollte diesen nicht zur Kenntnis nehmen. Bitte glaubt mir nicht, macht euch selber ein Bild. Ab der 30. Minute ist in dem Video das Szenario zu begutachten:


https://www.youtube.com/watch?v=JNU6aaUbJ1k





Am 7. Oktober.2020, veröffentlichte das österreichische Fernsehen(ORF), auf seiner Homepage einen Beitrag mit dem Titel "ÖsterreicherInnen glauben nicht an ihre Gleichberechtigung". Sie berichteten das eine Umfrage-Agentur an 2000 weiblichen und 2000 männlichen Österreichern gemacht wurde. Unter anderem hat sich gezeigt dass drei Viertel der Frauen eine deutlich wahrzunehmende "Gläserne Decke" über ihrer Karriere spüren.

Na Boom, dachte ich mir an dieser Stelle. Ich überlegte, wann jemals eine Umfrage an 2000 Behinderten Mitbürgern, mit der gleichen Fragestellung, gemacht worden war und was dabei als Antwort herausgekommen wäre. Bei mir hat es sich die Gesellschaft leicht gemacht. Gleich nach meiner Schulausbildung hat mich das AMS (Arbeitsmarktservice) als arbeitsunfähig deklariert. Natürlich, in meinem jetzigen Zustand wäre ein tägliches in die Arbeit fahren, unmöglich. Doch bis zu meinem 30 Lebensjahr wäre das gut gegangen. Damals hat man mir nur die Möglichkeit gegeben, in einer sogenannten "Werkstatt für behinderte Menschen" untergebracht zu werden, wo ich für ein kleines Taschengeld im Monat, von irgendwelchen Sozialpädagogen gepiesackt und genervt, irgendwelche Bastelarbeiten für Oster- oder Weihnachtsbasare zu fertigen. Nachdem ich eine Probewoche in so einer Werkstatt verbringen durfte, dachte ich, ich würde verrückt werden, wenn ich länger dort sein müsste! Ich empfand das wie basteln im Hort. Um diese Tätigkeit auszuüben, empfand ich mich zu überqualifiziert mit meinem Handelsschule-Abschluss in der Hand. Leider gab es zu meiner Zeit noch keine finanzierte Assistenz am Arbeitsplatz, die hätte ich aber gebraucht um einer geregelten Arbeit nachkommen zu können..





In meinem Freundeskreis befindet sich ca. eine Handvoll Menschen mit Handicap und ich kenne keinen davon der in einer stinknormalen Firma angestellt wäre. In Österreich müssen Firma ab einer gewissen Anzahl von Mitarbeitern, auch einen geschützten Arbeitsplatz für behinderte Menschen zur Verfügung stellen. Tun Sie das nicht, haben sie eine Geldstrafe zu befürchten.

Leider muss man sagen, bezahlt ein großer Teil der Firmen lieber diese Strafe! Die Freunde von mir, die einer regulären Arbeit nachgehen, arbeiten entweder für den Staat, der ja mit gutem Beispiel vorangehen muss. Oder sie arbeiten in gemeinnützigen Vereinen, die sie meistens selber geschaffen haben und die vom Staat mit Subventionen bedacht werden. Wieso fragt man nicht diese Menschen, ob sie sich gleichberechtigt fühlen?


So meine lieben Freunde, das soll es auch für diesmal gewesen sein. Verzeiht die etwas lange Version, ich hoffe die Themen haben euch gefallen. Bitte hinterlasst mir ein Daumen nach oben & einen Kommentar. Ich würde gerne wissen wie ihr über diese Sachen denkt, damit ich weiß was meinen lieben Zuschauern gefällt. Und, wenn es euch gefallen hat bitte ich euch mich zu abonnieren. Ich möchte euch noch einen guten Tag wünschen und tut nichts was ich getan hätte, wenn ich gesund wäre.

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