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  • Lidija

Integration in den Schulen im Jahr 2020

Es ist ein brisantes Thema.


Der Profil titelte schon im Oktober 2019 in seinem online Medium "Österreichs fragwürdiger Umgang mit Menschen mit Behinderung". Die Integration an den staatlichen Schulen ist in ganz Österreich, nur schwer umzusetzen.

Doch Wien zeigt uns allen, wie es besser gemacht werden kann. Ich verbrachte die ersten 9 Schulstufen, an einer Sonderschule. Auch an dieser Schule, wurden wir schwer diskriminierend behandelt. So gab es zum Beispiel nicht einmal einen Haupteingang welchen wir benutzen konnten, sondern wir mussten alle über einen Nebeneingang, den sogenannten "Behinderten Eingang" das Gebäude betreten. Dieser Missstand muss vor kurzem beseitigt worden sein. Als ich vor kurzem, in der Gegend spazieren war, konnte ich sehen, dass eine Rampe hinzugebaut wurde. Das ist ein gutes Zeichen, dass diese Sonderschule auch mit der Zeit geht.


Trotzdem hatte ich es damals sehr schwer mit den anderen Mitschülern zurechtzukommen. Dies wäre nicht nötig gewesen, da ich durch meine Behinderung nur physisch, jedoch nicht psychisch behindert bin. Theoretisch, hätte ich auch eine normale Schule besuchen können, doch von behindertengerechtem Bauen und Förderpädagogik, war damals noch keine Rede.


2008, hat Österreich die UN-Behindertenrechtskonvention angenommen und hat sich damit verpflichtet, Menschen mit Behinderungen ein Recht auf Bildung zu geben. Schließlich ist es ein Menschenrecht! Die Mitgliedstaaten sind außerdem dazu verpflichtet ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu schaffen und somit ein lebenslanges Lernen zu ermöglichen. In Wien wurde für das Schuljahr 2008/09, das Modell der "persönlichen Assistenz in Bildungseinrichtungen" eingeführt.

Um die Kosten für dieses Projekt zu decken, müssen sich die Betroffenen an das Bundesministerium für Bildung wenden und einen Antrag hierfür stellen. Die kürzeste Definition die ich gefunden habe, um ihnen zu erklären, um was es sich dabei handelt, bietet uns Wikipedia. Da steht: Persönliche Assistenz ist jede Art von personeller Unterstützung, die Menschen mit einer Behinderung in die Lage versetzt, ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.


Eddy und sein Assistent in Action.

Ich durfte einen jungen Mann, der gerade in die 5 Schulstufe aufgenommen wurde, zu seiner Persönlichen Assistenz in Bildungsreinrichtungen (kurz PAB) befragen. Der kleine Eddie kann seine Hände, nur ganz schwer selbstständig bewegen und sitzt in einem elektrischen Rollstuhl, den er selbst bedienen kann. Als ich ihn das erste Mal besuchen war, fand ich ihn in seinem Garten, der einmal um das Haus herumführt und er fuhr wie ein Weltmeister sein Gefährt über seine Rennstrecke.

Was mich am meisten interessierte war die Frage welche Handreichungen sein Assistent ihm Leisten muss damit er unbeschwert am Unterricht teilnehmen kann? Begeistert erzählte mir Eddie, dass seine Mutter ihn zur Schule fährt und der Assistent ihn beim Bus abhole und ihm ins Schulgebäude helfen würde. Sein PAB würde ihm die Türen aufhalten und den Knopf am Lift drücken. Dann würde er ihn in seine Schulklasse begleiten, danach würde sein Assistent ihm aus der Jacke helfen. Später würde er ihm sein Federpenal und die Schulbücher auf den Schultisch legen.



Der Assistent wird durch die "Wiener Assistenzgenossenschaft" bereitgestellt. Die WAG ist ein Dienstleistungs und Interessenvertretung. Sie helfen Menschen mit Behinderung, ihr Leben mit persönlicher Assistenz zu organisieren. Zusammen mit der WAG, gibt es in Österreich 7 solcher Assistenz-Dienstleister. Das Bundesministerium stellt die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung.

Eddie leidet, seit seiner Geburt, an einer schweren Form von Muskelschwund. Wenn er seine Muskeln überanstrengt, kommt er mit dem Schreiben im Unterricht nicht mit, das würde dann sein PAB für ihn erledigen, erzählt mir das altklug wirkende, Kind. Durch seine Erkrankung, musste er schneller erwachsen werden, als andere Teenies in seinem Alter. Mit einem Zwinkern im Gesicht verriet er mir, dass er immer noch selbständig denken müsse und dass sein Assistent das für ihn nicht tun würde.

Er schien sehr stolz über seine Selbständigkeit zu sein, hatte ich das Gefühl, da er in den ersten 4 Klassen diese Art der Unterstützung nicht hatte. Pflege wird bei uns in sieben Stufen eingeteilt. Ab der fünften Pflegegeld-Stufe kann ein Kind PAB in Anspruch nehmen.


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