Suche
  • Lidija

Rollstuhlpanne was tun?

Seit meiner Einschulung (also seit meinem sechsten Lebensjahr) sitze ich in einem Rollstuhl. In meiner Jugend, hatte ich noch einen normalen Rollstuhl, den ich für Ausflüge mit Autos, gerne benutzt habe. Schon länger kann ich einen normalen Stuhl nicht selbständig bewegen und aus dem Grund habe ich einen elektrische. Eine sogenannter e-Rolli wiegt schon mal 100 Kilogramm und daher passt er in keinen Wagen. Ich hatte eine Zeit lang einen Freundeskreis, wo einige auch kleine Kombis hatten, da war das möglich. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie das bei meinem ersten zwei Rollstühlen war, aber in meiner Teenager Phase, passierte es einmal, dass ich nach einem Discobesuch, (ich glaube es war beim Verlassen der Disco "Flex"), über Scherben gefahren bin. Da geschah es zum ersten Mal, ich hatte einen Platten. Ich stand also vor der Diskothek, die meisten waren mit dem Auto da und fuhren ab, da sagte ein netter Passant zu uns: "fragt doch mal eine Autowerkstatt um Hilfe".



Ein paar Jahre später, (es war auf der Mariahilferstraße auf Höhe des Westbahnhofs), dass ich über Straßenbahnschienen fuhr, dabei muss ich den Winkel sehr schlecht gewählt haben, denn in dem Moment als ich drüber fuhr, sprangen meine Felgen herunter. Eine klassische Panne! Zu meinem Glück befand sich, um die Ecke, eine Autowerkstatt. Dort war man sehr nett und hat sich sofort um mein Problem gekümmert. Sie nahmen den Reifen herunter und mit ein paar festen Handgriffen hatte der Mechaniker das Problem auch schon behoben. Es hat keine fünf Minuten gedauert.


Damals wurde mir klar, dass wenn mein Rollstuhl, unterwegs kaputtgehen würde (und es würde über kurz oder lang passieren) ich in so einen Fall, nicht Wüste, wie ich den Heimweg bestreiten sollte. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass mich mein ganzes Leben lang ein Mechaniker für Rollstühle, begleitet. Er ist in dieser langen Zeit, zu einem Vaterersatz geworden. http://www.reha-brueckner.com/ er hat mich auch oft abgeholt, wenn es seine Zeit erlaubt hat und er in der Nähe war, mein Retter in höchster Not.


Ohne einen guten Notfallplan konnte das nicht weitergehen. Ich habe für jedes mögliche geschehen einen Notfallplan und bin somit sicher, dass ich mir in jeder Situation zu helfen weiß. Wen könnte ich auch in diesem Fall um Hilfe bitten? Aus meiner Familie hat keiner ein Auto in den ich reinpasse (also mein Stuhl). Meine Mutter hat nie einen Führerschein gemacht, weil sie sich nicht getraut hat und weil es in Wien auch gar nicht nötig ist, denn es gibt ein gutes öffentliches Verkehrsnetz. Da haben wir Stadtbewohner einen wirklichen Vorteil, wenn wir schon in einer einbetonierten Welt leben.


Ich schaute also, welches Verkehrsmittel ähnliche Reifen wie ich benutzen. Es musste etwas Kleines sein und mit ein bisschen nachdenken, war das "Motorrad" die Lösung. Wenn ein Motorrad kaputtgeht, haben die Fahrer meistens eine Jahresmitgliedschaft bei dem ÖAMTC. Ich musste auch so eine Mitgliedschaft haben. Nach einigen gezielten Telefonaten, erklärte sich dieser Verein auch meinen Rollstuhl in die Verkehrsklasse das Moped aufzunehmen und mich auch zu versichern.

Ich möchte euch von meinem letzten Stadtausflug erzählen. Angefangen, hat es wunderschön, das Wetter ist besser als in jedem Urlaubsort da ich immer ein schlechtes Gewissen habe, dass ich mit meinem Hund nie viele Ausflüge machen kann, habe ich mich am Donnerstag aufgemacht, um auf der Donauinsel, spazieren zu gehen. Wir kamen auch schön, mit der U6, bis auf die Neue Donau. Einem fröhlichen Spaziergang konnte also nichts mehr im Wege stehen. Bis wir, den Imbisswagen entdeckten.


Da es so heiß war und ich und meine Assistentin am Schwitzen waren, fand ich es eine gute Idee, uns eine kalte Erfrischung zu leisten. Als behinderter Mensch, hätte ich es besser wissen müssen und darauf achten über keine Glasscherben zu fahren. Natürlich werden große Glassplitter auch sofort weggeräumt doch die meisten gesunden Menschen achten auf ganz kleine Splitter nicht.

Früher hatte ich immer Vollgummireifen. Seit meinem letzten Rollstuhl Tausch, habe ich einen Stuhl, der nicht so gut gefedert ist, wie mein vorheriger. Dafür hat er andere Spielereien, die ich jetzt benötige. Der Nachteil: um den Stoos abzufedern, fahre ich seit neuerdings mit Luft in den Reifen. Der geschätzte Leser wird schon sehen auf was diese Geschichte hinausläuft.

Ich fuhr näher an den Imbisswagen heran, um die Speisekarte lesen zu können und da geschah es…


Wir kauften uns alle eine kalte Cola und gingen unserer Wege. Nur ein paar Schritte, dann merkte ich schon, dass etwas nicht in Ordnung sein konnte, in demselben Moment, berichtete mir meine Assistentin, dass mir die Luft ausginge. Na Spitze, schon war mein Himmel mit großen Gewitterwolken verzogen. Da fiel mir mein Notfallplan, für solche Gelegenheiten, wieder ein. Ich bin seit über 20 Jahre Mitglied beim ÖAMTC:


Das bin wieder ich und ein Automechaniker vom Fach.

Was hätte ich machen sollen? Die Feuerwehr oder ein Krankenwagen hätten mir da nicht weiterhelfen können. Damals war es nötig ein paar Briefe, an die richtigen Stellen, zu schreiben. Sogar der ORF berichtete damals über dieses Charity Programm. Der junge Mann, der wirklich sehr schnell vor Ort war, war sich nicht sicher, ob er auch eine Rollstuhlpanne beheben kann. Aber ein Reifen, ist ein Reifen, ist ein Reifen!

Da hat er mich auf einen Autoheber gestellt und mich nach oben gewuchtet, ich war sehr überrascht und hatte Angst, dass das bei einem Rollstuhl nicht klappen konnte, aber der kompetente, junge Mann, hat mir das Gegenteil bewiesen. Nach einer kurzen Weile, war mein Rollstuhl wieder einsatzbereit und ich war froh, dass ich auch dieses Jahr meinen Jahresbeitrag bezahlt habe, denn jedes Jahr, denke ich mir, dass ich das eigentlich auch abbestellen kann, aber das ist so wie mit der Rechtsschutzversicherung. Man ist glücklich, Beim Club zu sein.

0 Ansichten

© 2023 by TheHours. Proudly created with Wix.com

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now