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  • Lidija

Schule nach langer Abstinenz

Am 8. Februar, kam es endlich in ganz Österreich zu leichten Öffnungsschritten. Die Erwachsenen konnten wieder Geschäfte betreten oder zum Friseur gehen, die Kinder freuten sich auf den ersten Schultag nach den Semesterferien.


Vor der Schule versammelten sich die Kinder und waren im ersten Moment sehr glücklich ihre Schulfreunde endlich wiedersehen zu können. Die meisten Kinder wissen nicht, was sie in den nächsten Minuten erwarten wird. Voller Vorfreude warten sie darauf, dass sich das Schultor nach so langer Zeit öffnet. Die Schulfreunde stehen beieinander und erzählen sich wie sie die verlängerten Weihnachtsferien verbracht haben.

Schließlich öffnet sich das Tor und mit strahlenden Gesichtern wollen sie hinein. An der Türe erwarten sie schon Hilfslehrer die FFP2-Masken an jedes Kind ausgeben. Einige der Kinder haben schon am Anfang das Gefühl sie würden keine Luft bekommen. Eine schrille Lehrerstimme tönt über den Gang und ruft alle auf geordnet und mit Abstand in die Klassen zu gehen. Sie bemerken eine große Zahl an Paketen, die auf dem Lehrertisch liegen und sind verwundert was für eine Bewandtnis es damit auf sich hätte.


Was denkt ein Kind in diesen Minuten, macht es sich Sorgen, dass es mit einer tödlichen Erkrankung infiziert ist? Vielleicht denken die Kinder auch daran, dass sie auf keinen Fall ihre Großeltern mit einer Krankheit infizieren wollen? Möglicherweise denkt eines von ihnen daran, dass es nicht am Tod von Oma und Opa schuld sein will? Bekommt es gar Überlebensangst? Die Kinder schauen sich betroffen an und keiner weiß, wer das schwarze Schaf in der Klasse ist. Es entsteht eine gewisse Unruhe.

So ähnlich muss es am ersten Schultag nach dem Lockdown zugegangen sein, stelle ich mir vor. Auf der Homepage des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung findet man Informationen rund um den Schnelltest, unter anderem ist auch ein Download für die Einverständniserklärung da, die die Eltern unterschreiben müssen. Wenn Eltern es nicht zulassen wollen, müssen ihre Kinder weiter im Homeschooling verbleiben. Auch ein Video, das den Gebrauch des Testes vorführt, kann man sich downloaden und anschauen.



Am 08.02., schrieb das heute Magazin in seiner Online-Ausgabe folgendes, Zitat Anfang: In Wien-Ottakring kam es Montagmorgen zu einer Menschenansammlung und stundenlangen Wartezeiten für Eltern und Schüler vor einer Volksschule. So staute es sich vor der Ottakringer Volksschule am Montagmorgen nach Angaben eines "Heute"-Lesereporters massiv. Zum Auftakt der Schul-Starts mussten die Kinder einen Corona-Test machen - anstatt sich geordnet anzustellen, stürmten die Eltern scheinbar darauf los. Der jetzt auf zwei Meter ausgeweitete Mindestabstand wurde dabei völlig missachtet, FFP2-Masken wurden nur teilweise getragen. Zitat Ende.

Bei Schülern über 14 Jahre, ist das freilich etwas anderes. Zum Schul-Start besuchte ein Reporter-Team, vom Kurier, eine 6. Klasse an einem Bundesgymnasium in Wiener Neustadt. 1.200 Schüler besuchen diese Einrichtung. Der Schuldirektor Werner Schwarz sagt zum Journalisten, Zitat Anfang: "Es wäre ... sinnvoll die Zahl der Schularbeiten und Tests zu reduzieren. Wir müssen nach der langen Abstinenz das gemeinsame Lernen in der Schule in den Mittelpunkt stellen“ Zitat Ende.


Ich will jetzt nicht das Thema wechseln, schon von Jahren kann man auf den Gedanken einfach die Schulnoten abzusetzen. Einige Kinderpsychologen meinten was löse bei den Schülern einen psychologischen Druck aus und könne zu Burnout bei Jugendlichen führen. Die in Deutschland beheimatete HEMERA KLINIK, bietet Hilfe für Kinder und Jugendliche die unter Burnout und Depression leiden. Sie schreiben auf ihrer Homepage folgendes,

Zitat Anfang: Häufige Gründe für ein Burnout bei Jugendlichen sind vor allem der gestiegene Leistungsdruck in den Schulen, der zu großem schulischen Stress führt. Dieser kann allerdings auch durch eigene übersteigerte Erwartungshaltungen an Leistungsfähigkeit und Schulnoten verursacht sein. Zitat Ende.


In Österreich und Deutschland sind aktuell alle Kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen hoffnungslos überfüllt. Am 27. Januar, berichtet der ORF, über den Hilferuf der Wiener Universitätskliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Es wurde notwendig, die "leichten" Fälle, aus der Station zu entlassen, um sich um die akuteren, kleinen Patienten zu kümmern. Hier findet eindeutig eine Triage statt, bestätigt auch Herr Paul Plener, Leiter der Uniklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien. Er betont, dass die Patienten seit Jahresbeginn, vermehrt aus intakten Familien kommen, die ohne Vorbelastungen waren. Unter dem Druck der aktuellen Ereignissen, vor allem den Schulschließungen, diese Kinder depressiv werden und sogar Suizidgedanken entwickeln. Für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren sei der Wegfall der positiven Erlebnissen im Alltag, besonders schwer zu verkraften. Aus diesem Grund ist es gerade für diese Gruppe besonders wichtig einen regelmäßigen Tagesablauf zu haben. Doch das war in der Lockdown-Phase für die Eltern nur schwer zu bewerkstelligen. Wir hoffen, dass mit den Öffnungen der Schulen, auch unter erschwerten Bedingungen wie testen und Masken-tragen, es zu einer Stabilisierung kommen wird.

Die Kronen Zeitung schreibt am 13. Februar, dass der Hersteller von AstraZeneca nun seinen Impfstoff auch für Kinder freigeben möchte und dazu nun klinische Studien an der Oxford-Universitätsklinik gemacht werden. Dann müsste man keine Angst mehr haben, dass sich an Schulen Cluster bilden könnten, wenn ein Teil der Schüler geimpft wäre. Die Austria Presseagentur schrieb am Tag des ersten Schultage,


Zitat Anfang: Start in das zweite Semester hat dank Testwelle an Schulstandorten ausgezeichnet funktioniert - Schülerinnen und Schüler aus Wien und NÖ freuen sich über Präsenzunterricht. Bundesschulsprecherin Alexandra Bosek über ihren ersten Schultag im zweiten Semester: „Die enorme Erleichterung und Freude, endlich wieder in die Schule gehen und seine Freundinnen und Freunde wieder sehen zu können, ist allgegenwärtig. Nach einer intensiven und anstrengenden Zeit im Distance Learning, tut es uns allen gut, wieder in einer Klasse zu sitzen und dem Unterricht vor Ort beiwohnen zu können. Mit den kostenlosen Testkits wird außerdem maximale Sicherheit für die Schülerinnen und Schüler sichergestellt. Als Bundesschülervertretung ist uns das immer besonders wichtig gewesen. Sicherheit und Bildung müssen gewährleistet sein!“. Zitat Ende.

Wenn sich die Situation wieder etwas normalisieren würde, könnte man dann herausfinden wie viel die Schüler tatsächlich verpasst haben im Homeschooling. Aber das soll jetzt nicht das Wichtigste sein, ich hoffe nur für die Kinder, dass die Schule nicht mehr geschlossen werden.


Quellennahweiß:

https://www.heute.at/s/dichtes-gedraenge-vor-wiener-schule-wegen-corona-test-100126775?fbclid=IwAR3i4DsX1yjjQVeEG9mS4objgM2ckzGf4IectgfZx5EjYClTVjzycY-aUYI

https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/mit-test-zurueck-in-der-schule-und-schlimm/401181562?fbclid=IwAR0CSsFcMYEz8sIvM3qB1GOcHbq5a7ko7oZZ5SHjE0qDwSVPNm6iPCRlxR0

https://www.hemera.de/behandlungsschwerpunkte/depressive-stoerungen/burnout-bei-jugendlichen/

https://www.bmbwf.gv.at/Themen/schule/beratung/corona/selbsttest.html

https://wien.orf.at/stories/3087068/

https://www.krone.at/2342006?fbclid=IwAR3bZ9FIDl9-eYGCMmXNBtelCvqNZX6Sj9MZFYl47Dm3ACBHslQYujvmFaY

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210208_OTS0119/schuelerunion-ad-erster-schultag-sehr-positives-resuemee

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