© 2023 by TheHours. Proudly created with Wix.com

Suche
  • Lidija

Unbehindert - Wien ist anders!

Zum zehnten Mal in Folge, wurde Wien (von der Agentur Mercer) zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität Europas gewählt.

Doch nicht alle Menschen sind gleich, um in den Geschmack dieser viel gerühmten Qualitäten, zu kommen. Dabei ist es diesmal, keine eigene Rasse, die da diskriminiert wird.



Die Mehrheitsgesellschaft denkt, dass es genug geeignete Stellen gibt, die sich um die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, kümmern. Stellen bzw. Organisationen der Behindertenhilfe Wien, gäbe es genug, was es nicht genug gibt, ist Geld. Die Stadt Wien hat, seit 2009, Gelder, die für die Pflege gebraucht werden, nicht evaluiert! Dies wird von den Massenmedien nicht angesprochen und somit bekommt es keiner mit.

Die davon betroffenen, sind eine verschwindend geringe Zahl, sodass diese keine große Lobby, hinter sich stehen haben. Behinderte Menschen, wie ich z.b., wollen sich ihr Leben organisieren nicht durch Pfleger, sondern durch "persönliche Assistentin"!



In meiner Jugend habe ich sieben Jahre in einer betreutes-Wohnen Wohngemeinschaft, gelebt. An diesem Ort, habe ich es am eigenen Leib erfahren, wie es ist von Pflegern betreut zu werden. Dort konnte ich keine eigenen Entscheidungen treffen, wie z.b. wann ich aufstehen möchte, oder wann ich essen will usw. Ein selbständiges Leben war so nicht möglich!

Vor 10 Jahren hat Österreich der UN-Behindertenrechtskonvention zugestimmt. Ab da, wurde es in Wien deutlich besser für "meinesgleichen".


Wien führte als erste österreichische Stadt, ein Pilotprojekt zur "persönlichen Assistenz" ein.


In ein Restaurant essen gehen und meine persönliche Assistentin erledigt alle nötigen Handgriffe. ( so einer Selbstbestimmung werde im Heim nicht möglich gewesen!)

Ich konnte zu meiner Familie nach Hause ziehen und ich bekam die Gelder, die bis dahin die Träger solcher Behinderteneinrichtungen bekamen, um mir ein selbstbestimmtes Leben zu gestalten. Ich fühlte den deutlichen Unterschied, nun war ich ein "Arbeitgeber" und konnte am freien Arbeitsmarkt mir die Leute suchen, die ich für geeignet fand. Im Heim wurde ich oft durch Menschen betreut, von denen ich das gar nicht wollte. Des weiteren, bestimme nun ich, wann – wo und wie ich Essen will oder wer meine Körperpflege tatsächlich ausführt.

Zum beispiel, möchte ich nicht von Männern betreut werden, da ich ein gewiss gesteigertes Scharm-Gefühl besitze, diese Freiheiten hatte ich im Heim nicht. Ich fühlte mich als wäre ich in einem Gefängniss, nur durfte ich zu bestimmten Zeiten das Gelände verlassen.


So unpersönlich, sieht es in einem Heim aus.

Kürzungen des Budgets um 10% in den letzten 12 Jahre, mussten die Organisationen der Behindertenhilfe Wien planbar machen. Es wurde an Personal und Infrastruktur gespart. Als ich in der Wohngemeinschaft war und den Sender des TV's gewechselt haben wollte, war dafür nur selten Zeit und auch ohne Murren der Betreuer war dies nicht möglich. Das hat mich in meiner Freiheit sehr eingeschränkt und als jugendliche konnte ich nicht nachvollziehen, wieso Bedürfnisse die jeder Mensch hat für mich etwas ganz besonderes und spezielles sein sollten.


Ein neuer Anbieter für persönliche Assistenz, zusammen mit der IVS Wien eröffneten eine Petition die die Regierung dazu bewegen sollte sich für die Anliegen der PA einzusetzen Die Petition mit dem Namen #LEBENNICHTBEHINDERN verlief vom 12.04.2019 bis zum 24.05.2019 und wurde über eine Internetplattform für Petitionen eingerichtet.

Über Mundpropaganda von betroffenen und ihren Freunden und Familien verbreitete sich der Aufruf zur Teilnahme sehr schnell über die sozialen Medien. Am Ende konnten knapp 7.300 Unterschriften gewonnen werden. Gleichzeit wurden eine Grosszahl der Gemeinderät_innen angeschrieben, wobei die Partei hier keine Rolle spielte.



Leider, meldete sich nur eine Gemeinderätin der Grünen und bekundete ihr Interesse an diesem Anliegen. Die anderen 99 der insgesammt 100 angeschriebenen, haben scheinbar sehr viel wichtigere Themen am Herzen und konnten keine Zeit erübrigen eine kurze Stellungnahme abzugeben. Ich möchte jetzt niemanden unterstellen, sich für behinderte Menschen nicht einzusetzen, jedoch zeigt es ein gutes Bild wie wichtig den lokalen Politikern dieses Anliegen ist.


Nach Ablauf der Frist werden die gesammelten Stimmen als Petitions-Anfrage an das Wiener Parlament weitergereicht. Es ist wirklich erschreckend, wie wenig Interesse, die Gesellschaft daran hat, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, zu der Österreich 2008 zugestimmt hat. Erst kürzlich wurde Österreich offiziell gerügt, über den Verlauf der Ratifizierung in unserem Land.


Am 9. September fand im Nationalrat eine Sondersitzung über die geforderten Verbesserungen für behinderte Menschen, statt. Der eingebrachte Antrag, indem es um die Auswertung der persönlichen Assistenz im Freizeitbereich ging, wurde schließlich doch angenommen und wir können auf baldige Verbesserungen hoffen.

54 Ansichten
This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now